Vietnamesische Pho – in zwei Stunden selbstgemacht

Vietnamesische Pho – in zwei Stunden selbstgemacht

Schlendert man durch die Straßen Hanois, der Hauptstadt Vietnams, prägen blaue Plastiktische und bunte kleine Stühlchen das Stadtbild. Es ist der klassische Ort, an dem die Vietnamesen ihre Pho zu sich nehmen. Diese Suppe, die in ihrer Grundstruktur einer deutschen Rinderkraftbrühe ähnelt, ist soetwas wie das Lebenselixier des Landes. An jeder Ecke dampfen riesige Suppentöpfe, immer wieder wird Flüssigkeit nachgegossen, sodass in den Suppenküchen Vietnams eine Art „unendlicher Fond“ entsteht. Denn ganz geleert werden diese Töpfe nie. Ein Rest, des eingekochten Pho-Fonds vom Vortag bildet immer wieder die Basis für die nächste Ration Pho, die über Nacht ihr tiefes Aroma entwickelt, was ihr den Siegeszug bis nach Deutschland beschert hat. So kann es durchaus sein, dass einzelne Moleküle einer vietnamesischen Pho über Jahrzehnte im Suppentopf überdauern.

In einer Streetfood-Kultur wie in Vietnam, stellt es kein Problem dar, einen Fond über Stunden herzustellen – man lässt die Brühe einfach über Nacht simmern. Wer eine Pho selbst kochen will, tut sich mit der langen Kochzeit etwas schwerer. „8 Stunden oder mehr müssen aber gar nicht unbedingt sein,“ sagt Valentin Vögele. Mit einem kleinen Trick, lässt sich die Tiefe einer Pho auch in zwei Stunden erzeugen. „Eine Pho wird normalerweise mit Wasser angesetzt – wir verwenden einfach Rinderfond.“ So kürzt man den Prozess des Fleisch-Auskochens ab. Das Aroma der frischen Zutaten, Gewürze und Kräuter geht auch in zwei Stunden in maximaler Intensität in die Brühe über. Im Video zeigen wir euch, was ihr für eine Pho braucht, und wie ihr sie ansetzt.

Das Rezept für eine vietnamesische Pho – in zwei Stunden

Zutaten für 4 Personen

  • 1 Rinder-Tafelspitz (1kg)
  • 2 Liter Rinderfond
  • 1 Zwiebel
  • 3 Karotten
  • 1 Sellerieknolle
  • 40 g Ingwer
  • 3 Sternanis
  • 2 Zimtstangen (Ceylon)
  • 50 Gramm getrocknete Shiitake-Pilze
  • 300 g Reisnudeln
  • 100 g Sojasprossen
  • 150 Gramm Shimeji-Pilze
  • 2 Eier
  • 1/2 Bund Koriander
  • 1/2 Bund Lauchzwiebeln
  • 3 kleine rote Chilischoten
  • 10 EL Fischsoße
  • Saft von 2 Limetten
  • etwas Salz
  • eine Prise Zucker

Zubereitung der Pho

Den Tafelspitz in einen großen Topf geben, mit zwei Litern Rinderfond bedecken und zum Kochen bringen. Zwiebel halbieren, Karotten und Sellerie schälen und in Würfel schneiden, zur Brühe geben. Sternanis, Zimtstangen, Ingwer (in Scheiben geschnitten) und getrocknete Shiitake-Pilze dazu geben und etwa zwei Stunden köcheln lassen (nur leicht simmernd, nicht sprudelnd kochen). Immer wieder den Schaum abschöpfen, der beim Köcheln entsteht.

In der Zwischenzeit die frischen Zutaten zubereiten: Die Eier wachsweich kochen. Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden. Für die typische Pho-Sauce die Chilischoten in feine Ringe schneiden und mit der Fischsauce und dem Limettensaft verrühren. Kurz bevor die Brühe fertig ist, die Reisbandnudeln mit kochendem Wasser übergießen und etwa 10 Minuten einweichen lassen – danach mit kaltem Wasser abschrecken und bei Seite stellen.

Nach zwei Stunden Köcheln, die Brühe durch ein Sieb abseihen und den Tafelspitz entnehmen. Mit Salz und ggfs. etwas Zucker abschmecken. Die Shimeji-Pilze in die noch heiße Brühe geben, damit sie dort noch 10 Minuten garen können. Das überschüssige Fett am Fleisch abschneiden. Den Tafelspitz in dünne Scheiben schneiden. Die Brühe mit den Pilzen in eine Schale geben. Die weichgekochten Eier halbieren und jeweils eine Hälfte dazu geben, genauso wie eine Ladung Reisbandnudeln. den Koriander, die Sprossen, die Tafelspitz-Scheiben und die Frühlingszwiebeln. Mit der Chili-Fischsauce beträufeln und noch dampfend heiß servieren.

Über Valentin Vögele

Valentin Vögele ist der junge Wilde aus München. Deutscher Vize-Grillmeister, Aromen-Tüftler und Koch-Mentor in seinen Kochkursen. Sein Motto: „Geschmack braucht das Land“.  Sein Credo: „Die Voraussetzung für gutes Essen sind sehr gute Grundprodukte“. Valentin setzt auf biologische und nachhaltig hergestellte Zutaten, die ihren Preis haben dürfen und möglichst auch nur in begrenzter Menge auf dem Markt verfügbar sind – speziell bei Fleisch und Fisch schaut er ganz genau hin. Tino sagt: „Die Zutatenliste die uns die Natur geschenkt hat ist grenzenlos. Richtig in Szene gesetzt, ergibt sie eine Aromenvielfalt, die begeistert.“ Diese Philosophie spiegelt sich auch in seinen Gourmet-Caterings und Kochkursen wieder. Auf Fleischglück zeigt er, wie man öde Beilagen in aufregende Geschmackserlebnisse verwandelt. Mehr Informationen zu Valentin Vögele findet ihr auf seiner Website.