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Geflügelwissen kompakt: Was ist ein Maishähnchen?

Geflügelwissen kompakt: Was ist ein Maishähnchen?

Bei Hühnchen, die beim Metzger mit gelber Färbung in der Auslage liegen, befürchtet man zunächst eine heftige Marinaden-Keule. Doch nicht immer rührt die gelbe Farbe von einer pigmentstarken Sauce. Im Optimalfall handelt es sich dabei schlichtweg um ein sogenanntes „Maishähnchen“. Nun drängt sich allerdings die Frage auf: Sind gelbe Hähnchen immer mit Mais gefüttert?

Maishähnchen: Eine Frage der Fütterung

Ganz so einfach ist es nicht. Wenn man ein französisches Hähnchen mit dem Label Rouge Logo kauft kann man sicher sein das 100% des Anteils der Getreidefütterung Mais ist – damit besteht das Futter zu 80% aus Mais, der Rest sind pflanzliche „GVO freie“ Eiweißträger wie Raps, Erbsen und Soja, dazu kommen Vitamine und Mineralstoffe. Das Schlachtalter dieser Label Rouge Maishähnchen darf nicht unter 81 Tagen, die Herdengröße maximal 4.800 Hähnchen betrageb und der tägliche Freilauf nach dem 30. Lebenstag muss mindestens 2qm² pro Hähnchen betragen, damit sind wir mindestens in der zweithöchsten Qualitätskategorie innerhalb der EU der „Bäuerlichen Auslauf- oder Freilandhaltung“. Auch in der höchsten Qualitätskategorie „Bäuerliche Freilandhaltung unbegrenzter Auslauf“ sind die Maishähnchen auf dem Markt.

Das besondere bei den Maishähnchen ist, dass sie durch die Maisfütterung sehr viel mehr intramuskuläres Fett einlagern, wie weiße oder schwarze Rassen ohne Maisfütterung, denn Mais ist das fetthaltigste aller Getreidearten im Geflügelfutter. Was nicht jeder weiß: Die Basis für Maishähnchen bilden meist Tiere der Bezeichnung „Poulet Jaune Cou Nu“ das heißt Hühner mit  gelber Beinfarbe und nacktem Hals – eine alte langsam wachsende Rasse, die dabei besonders viel Geschmack entwickelt.

Maishähnchen ist nicht gleich Maishähnchen

Allerdings – und das muss an dieser Stelle betont werden – gibt es auch Maishähnchen aus anderen und deutlich weniger tierwohlgerechten Qualitätskategorien wie extensiver Bodenhaltung mit einem Schlachtalter von 42 Tagen plus – hier liegt  der Maisanteil im Futter meist bei ca. 50% und man hilft sich bei der Farbgebung von Haut und Fleisch unter anderem mit dem Farbstoff Beta Carotin im Futter. Oft stammen diese Hähnchen aus Produktionen in Österreich. Was bei allen Maishähnchen gewährleistet sein muss, ist die gelbe Beinfarbe (Ständerfarbe). Nur diese „gelben Rassen“ nehmen auch die Farbstoffe des Mais auf und werden gelb. Ein Freiland Maishähnchen garantiert eine besondere Saftigkeit und das Fleisch ist immer sehr mürbe und sehr geschmackvoll. Das Maishähnchen ist durch seinen hohen Fettanteil prädestiniert für den Grill.

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