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Gemüse, so geil wie Fleisch: Süßkartoffel vom Grill mit Limettenschmand

Gemüse, so geil wie Fleisch: Süßkartoffel vom Grill mit Limettenschmand

Heute legen wir unseren Fokus ganz bewusst auf eine Gemüsebeilage, die sonst eher als Nebendarsteller auf dem Teller in Erscheinung tritt. Meist rundet sie als leicht süßer und cremiger Gegenpart zum dunklen und gehaltvollen Fleisch erst das gesamte Gericht ab. Doch heute ist sie unser Star auf dem Grill – die Süßkartoffel. Ohne viel Tamtam direkt in der eigenen Schale bis zum Zerfall gegart, nimmt sie so wunderbar die Raucharomen auf. Für uns das optimale Fundament, um das Gemüse auf die nächste geschmackliche Ebene zu bringen.

Eine Gemüsebeilage auf Augenhöhe mit Fleisch

Beim Gedanken an Süßkartoffel kommt schnell der ermüdende Gedanke an die immergleichen orangen Pommes auf, die inzwischen fortwährend auf jeder Speisekarte unter den Beilagen aufgeführt werden. Dabei steckt in der lieblich schmeckenden Süßkartoffel viel mehr Potential. Denn mit ihrer samtigen Textur bietet sie viel Substanz, um salzige und saure Aromen zum Tragen zu bringen. Mit der richtigen Zubereitung und einigen wenigen prägnanten Komponenten als lukullisches Upgrade fällt sie für uns in die Kategorie: „Gemüse, so geil wie Fleisch“. Dieser Rubrik werden wir uns in Zukunft immer wieder widmen.

Kurzer Steckbrief zur Süßkartoffel

Die Süßkartoffel hat erst vor einigen Jahren über Umwege ihren Platz auf unserem heimischen Grillrost gefunden. Ursprünglich ist sie vorwiegend in Südamerika heimisch. Dort ist die Kulturpflanze mit über 7000 Sorten weit verbreitet und bietet ein buntes Farbspektrum – von weiß, gelb, über violett, bis hin zu der wohl bekanntesten orangen Süßkartoffel. In Peru, Neuseeland und anderen pazifischen Inseln kennt man sie eher unter dem Namen Camote.

Chimichurri für den Gaumenkitzel

Wir bleiben gustatorisch in Südamerika. Denn was bietet sich als Begleitung der Süßkartoffel besser an, als ein pikantes Chimichurri vom traditionellen Asado? Denn mit der intensiven Sauce aus Argentinien lässt sich sowohl ein farblicher, wie auch geschmacklicher Akzent auf unserem Teller setzen. Sie bildet den perfekten Rahmen, um der Süßkartoffel einen frischen Kick zu geben, ohne sich dabei zu dominant in den Vordergrund zu spielen.

Mehr Infos rund um die südamerikanische Grillkultur könnt ihr übrigens in unserem Artikel zum argentinischen Barbecue nachlesen oder in diesem Video nochmal die epische Asado-Folge mit Lucki anschauen.

Das Spiel mit der Säure

Als Ausgleich zu der erdigen Süße des Nachtschattengewächses benötigen wir die altbekannten Gegenspieler – Fett, Schärfe und Säure. Erst mit diesem Zusammenspiel erreichen wir eine angenehme Balance auf der Zunge. Die frische, säuerliche Note der Zitrusfrüchte aus Zitrusschmand und Chimichurri vervollständigt das kulinarische Gesamtbild.

Um final auch das Mundgefühl spannender zu gestalten, braucht es vor allem Konsistenz. Dafür bringt die rotfleischige Knolle schon die besten Grundvoraussetzungen in Form ihrer Kocheigenschaft mit sich. Ergänzt wird das weiche Innere dann noch durch den leicht scharfen Chilicrunch.

Süßkartoffel mit Chimichurri

dazu Zitrusschmand und Chilicrunch
4.60 aus 5 Bewertungen
Vorbereitungszeit 15 Minuten
Zubereitungszeit 1 Stunde 15 Minuten
Portionen 4

Zutaten
  

  • 4 Süßkartoffeln
  • 1 Lauchzwiebel

Chimichurri

  • 1 Bund Basilikum
  • 1 Bund Kerbel
  • 1 Bund Koriander
  • 2 Schalotten
  • 2-3 Knoblauchzehen
  • 1-2 Chilischoten
  • 1 Zitrone
  • 1 Limette
  • 1 Prise Zucker
  • Salz
  • frisch gemahlener Pfeffer
  • Olivenöl
  • Sonnenenblumenöl
  • Balsamico

Zitrusschmand

  • 150 g Schmand
  • 1 Zitrone
  • 1/2 Limette
  • 1 Prise Zucker
  • Salz
  • frisch gemahlener Pfeffer

Chilicrunch

  • 2-3 Schalotten
  • 2-3 Knoblauchzehen
  • 2 Thaichilis
  • 2-3 EL getrocknete Chilis
  • 1 Schuss Sojasauce
  • 1 Schuss Ahornsirup
  • Sonnenblumenöl

Anleitungen
 

  • Die Süßkartoffeln samt der Schale im Ganzen bei 180-200°C bei geschlossenem Deckel auf den vorgeheizten Grill geben und dort für etwa eine Stunde auf eine Kerntemperatur von 99°C garen, bis das Innere weich ist.

Chimichurri

  • Zunächst die Kräuter grob hacken und Zwiebeln würfeln - danach mit Knoblauch, Chili zusammen mit einem Teil Zitronensaft und Balsamico, sowie zwei Teilen Öl (Oliven- und Sonnenblumenöl halb und halb) in den Mixer geben und sämig pürieren.
  • Mit Salz, Zucker und Pfeffer abschmecken.

Zitrusschmand

  • Hierfür den Schmand mit Abrieb und dem Saft der Zitrusfrüchte verfeinern und alles mit Salz, Zucker und Pfeffer abschmecken.

Chilicrunch

  • Das Öl in einer Pfanne erhitzen und Schalotten, sowie Knoblauch fein geschnitten darin goldbraun ausbacken - erst wenn alles kross ist, die frischen Chilis fein gehackt dazu geben.
  • Die getrockneten Chilis grob gemahlen mit Sojasauce und Ahornsirup in ein Einmachglas geben - sobald die Flüssigkeit in der Pfanne vollständig verdunstet ist, die heiße Mischung in das Glas gießen (bei Bedarf die ausgebackenen Komponenten zuvor noch einmal klein hacken).

Anrichten

  • Die aufgeblähten Süßkartoffeln behutsam aus der Schale lösen, in Spalten schneiden und mit den übrigen Komponenten auf vorgewärmten Tellern anrichten - mit dünnen Ringen von der Lauchzwiebel dekorieren.
  • Optional kann die Süßkartoffel auch vollständig abgekühlt werden, um sie dann noch einmal mit Öl zu bepinseln und erneut in den Grill zu geben oder mit dem Bunsenbrenner abzuflämmen, bis sie ringsherum gebräunt ist.
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Autorin: Isabella Wenzel

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